Die Klimakrise, die Pandemie und Kriegsfolgen (lokal und global) prägen den Alltag der Menschen in Beira und stellen die Helfer*innen der Kinderklinik und des Waisenheimes vor große Herausforderungen. Dres. Annett Pfeiffer und Konrad Steidel befinden sich aktuell in Mosambik und berichten direkt aus Beira:

„Obwohl die Menschen in Mosambik wenig Verantwortung am Klimawandel tragen, eine Person in Deutschland verbraucht so viel CO2 wie 23 Personen in Mosambik, sind sie schwer vom Klimawandel betroffen.“ Führt die Kinderärztin Dr. Annett Pfeiffer aus, die 16 Jahre in Mosambik tätig war. „Nachdem im März 2019 der Zyklone Idai die Stadt stark verwüstet hat, wurde vieles wiederaufgebaut. Dennoch sieht man auch heute noch überall zerstörte Gebäude und kaputte Dächer, auch auf dem Krankenhausgelände. Vieles konnte bisher nur provisorisch hergerichtet werden, so auch das Dach des Waisenheims. Die kommende Regenzeit wird daher für die Menschen wieder eine große Herausforderung, viele Häuer werden wieder unter Wasser stehen. Das Trauma ist für viele noch sehr präsent, immer wieder wird vom dem so bedrohlichem Zyklon erzählt.“

„In der Coronapandemie führte ein Lockdown ohne soziale Absicherungen sowie die Verlagerung der Kräfte des Gesundheitswesens zu einer Zunahme des Hungers, aber auch der Säuglings- und Müttersterblichkeit“ berichtet Dr. Konrad Steidel, ehemals Leitender Arzt in der Kinderklinik Beira und Mitgründer der Medizinischen Fakultät der Katholischen Universität Beira. „Zudem verschlechterte sich die Lage chronisch kranker Kinder, deren HIV oder Tuberkulosebehandlung beeinträchtigt wurde“.

Aus Mosambik braucht man nicht in die ferne Ukraine zu blicken, um Kriegsfolgen zu spüren. In der Provinz Cabo Delgado im Norden von Mosambik kämpfen seit Jahren islamistische Milizen gegen die Regierung. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht.

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und der Kriege sind sehr deutlich zu spüren. Lebensmittel, Transport und Energie sind ist sehr teuer geworden. Der Preis für den lokalen Transport hat sich seither verdoppelt. Wo früher an den Wochenenden ein lebendiges, Strandleben zu sehen war, ist es jetzt recht ruhig geworden. Während früher viele Eltern ihre Kinder von weit her in die Kinderklinik brachten, kommen jetzt deutlich weniger arme Patienten aus den Dörfern ins Zentralkrankenhaus. Das Überleben zu organisieren, ist eine noch schwierigere Aufgabe geworden, es fehlt an allem. Auch für den Verein sind viele Kosten erheblich gestiegen und die Anpassung der Gehälter ist dringend notwendig.

Im Krankenhaus fehlt es an allen Ecken und Enden. Zum Beispiel funktionieren auf der Intensivstation von 12 Überwachungsmonitoren nur zwei wegen fehlender Ersatzteile. Blutuntersuchungen können nur begrenzt durchgeführt werden.

Im Waisenheim werden zurzeit knapp 100 Kinder betreut. Um einigen Kinder eine neue Lebensperspektive zu eröffnen, startet der Förderverein nun ein neues Projekt: Kinder sollten in einer Familie groß werden. Im afrikanischen Kontext geht die Familie weit über die deutsche Kleinfamilie hinaus, weit entfernte Verwandte gehören klar dazu. Ein weiteres Kind in die Familie aufzunehmen, ist für viele nur aufgrund von wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Dies trifft besonders für die Kinder aus dem Waisenheim zu, da diese oft chronisch erkrankt sind und regelmäßig im Krankenhaus vorgestellt werden müssen, z.B. wegen ihrer HIV Infektion oder die wegen ihrer Entwicklungsverzögerung einer speziellen Förderung bedürfen. Die Idee ist jetzt, diesen Pflegefamilien eine regelmäßige Unterstützung zukommen zu lassen.

Dres Pfeiffer und Steidel erläutern die Hilfe am Beispiel von Aurea:

„Wir haben Aurea, die nach 6 Jahren im Waisenheim nun bei ihrer Tante lebt, besucht. Aurea hat ihre Mutter während ihrer Geburt verloren, und selber einen Hirnschaden davongetragen. Außerdem ist sie HIV infiziert. Die Versorgung von Aurea ist für die alleinerziehende Tante mit 3 eigenen Kindern nicht leicht. Sie verkauft Tomaten und Bananen auf dem lokalen Markt. Um mit Aurea zum Krankenhaus zu kommen muss sie den Verdienst von circa 3 Tagen aufwenden. Physiotherapie und Logopädie ist nicht mehr machbar, es sei denn Aurea kann eine Privatschule besuchen, die Kinder mit besonderen Bedürfnissen fördert, was in staatlichen Schulen nicht möglich ist.“

Für dieses Projekt und all die weiteren regelmäßigen Aktivitäten des Fördervereins, über die Sie Sich auf der Homepage www.foerderverein-beira.de informieren können, benötigen wir weiterhin Ihre Unterstützung, heute noch mehr, als je zuvor.

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