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Teilhabe

Kinder und Jugendliche mit geistigen oder körperlichen Behinderungen in Mosambik haben mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Eine ausreichende medizinische Versorgung gibt es selten, von Hilfsmitteln (z.B. Rollstühle) oder Heilmitteln (Krankengymnastik, Ergotherapie) ganz zu schweigen. Ohne diese Erleichterungen, die bei uns selbstverständlich sind, kommt es zu erschwerten Krankheitsverläufen.

Konkret heißt das täglich stärkere Schmerzen ertragen zu müssen, schlechtere Funktionalität, insbesondere bei neurologischen, muskulären oder rheumatischen Krankheitsbildern und damit noch weniger Teilhabe. Zudem ist auch die gesellschaftliche Stellung der Behinderten ein großes Problem. Der Gedanke der Teilhabe und Integration ist kulturell eher ansatzweise verbreitet, was uns allerdings keineswegs zu einer überheblichen Einschätzung im Umgang afrikanischer Kulturen mit behinderten Menschen verleiten sollte.

Auch in Deutschland ist der selbstverständliche Umgang von behinderten und nicht Behinderten eher eine Vision als Wirklichkeit und die breite Anwendung der pränatalen Diagnostik, die bei zu erwartenden Krankheiten in den meisten Fällen zu einer Beendung der Schwangerschaft, teils auch mit Fetocid führt, bringt Eltern mit behinderten Kindern in Erklärungsnot. „So was muss doch heut zu Tage nicht mehr sein“ Diesen Kommentar haben die meisten Eltern eines behinderten Kindes in Deutschland schon gehört.

Im Projekt „Teilhabe“ soll Kinder und Jugendliche mit Handycaps eine Stimme gegeben werden. In einem Team unter Beteiligung von MedizinstudentInnen sollen sie ihre Lebenssituation reflektieren und Wünsche und Forderungen an die Gesellschaft formulieren. Diese werden dann über verschiedene Wege (Öffentlichkeitsarbeit, Meetings, Petitionen) an die Öffentlichkeit und zuständige Gremien übermittelt. Ein Schwerpunkt des Projektes ist die Entwicklung eines Strassentheaterstückes über den Lebensalltag behinderter Kinder und Jugendlicher in Beira. Dieses wird dann von den Betroffenen selbst auf Marktplätzen, an Schulen und anderen Einrichtungen, z.B. auch im Gefängnis, aufgeführt.

Beira liegt in Trümmern

Von dem verheerenden Tropensturm „Idai“ wurde die mosambikanische Hafenstadt Beira schwer getroffen. Ein Großteil der Bewohner*innen lebte in Holzverschlägen mit Wellblechdächern oder schlicht konstruierten Häusern. Diese wurden durch den Sturm und Wassermassen völlig zerstört. Aktuell sind alle Straßen unpassierbar, Brücken zerstört, es gibt keinen Strom, kein Trinkwasser, die Ernte auf den Feldern im Umland ist komplett zerstört. Von Hubschraubern aus sieht man zahlreiche Tote in den Fluten durch die Straßen treiben.

Auch die Kinderklinik und das von dem Aachener Förderverein unterstützte Waisenheim hat schwere Schäden, das genaue Ausmaß ist aufgrund der fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten nicht abschätzbar.

 Der Förderverein ist seit 1998 in Beira aktiv und verfügt über zahlreiche vertrauensvolle  Kontakte vor Ort. „Wir werden so direkt und unkompliziert helfen, wo die offizielle Katastrophenhilfe nicht ankommt“  erläutert Dr. Annett Pfeiffer, die 18 Jahre als Kinderärztin in Beira gearbeitet hat und regelmäßig in Mosambik  aktiv ist. 

„Wir haben unter dem Stichwort „IDAI“ ein Spendenkonto für die akute Nothilfe eingerichtet,“ erläutert Dr. Jan Salzmann, Vorstand im Aachener Förderverein. „Aufgrund der persönlichen Kontakte ist eine schnelle und unbürokratische Hilfe möglich, so dass die Hilfe zu 100% da ankommt, wo sie am dringensten nötig ist.“

Förderverein Kinderklinik Beira e. V.
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
IBAN: DE35 30060601 000469 7529
BIC: DAAEDEDDXXX