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„Beste Praxis“ im Kampf gegen HIV

Quelle: Aachener Zeitung, 01.07.2010

Seit 1998 arbeiten die Aachener Kinderärzte Dr. Annett Pfeiffer und Dr. Konrad Steidel im afrikanischen Mosambik in der zweitgrößten Kinderklinik des Landes. Unterstützt werden die Entwicklungshelfer von dem Förderverein der Kinderklinik Beira, der mit Hilfe von Spenden aus der Aachener Bevölkerung medizinische Geräte, Medikamente, Fortbildungen und Umbaumaßnahmen finanziert.

Fast ein Drittel ist infiziert

Die vom Förderverein unterstützte Gruppe von hiesigen Medizinstudenten, die für einen offeneren Umgang mit der – auch auf dem Schwarzen Kontinent – vielfach tabuisierten Erkrankung wirbt und Informationen zur Prävention entwickelt, ist nun vom nationalen Aids-Rat des Landes Mosambik mit dem „Best-Practice“-Preis für Prävention und Geschlechtergleichheit ausgezeichnet worden.

Neben der Patientenversorgung und Medizinerausbildung wird die Präventionsarbeit gegen HIV und Aids ermöglicht. „HIV und Aids sind leider auch für die Kinder in Mosambik ein wichtiges Thema“, erläutert Marika Marliani vom Förderverein: „In Beira sind fast ein Drittel der sexuell aktiven Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. Die mittlere Generation bricht weg, das ist menschlich und wirtschaftlich eine Katastrophe. Daher engagieren wir uns auch in der Präventionsarbeit.

„Eine tolle Anerkennung für die Kreativität und das Engagement der angehenden Ärzte“, freut sich Dr. Jan Salzmann, Vorsitzender des Aachener Fördervereins. „Die Lebenserwartung in Mosambik ist trotz besserer medizinischer Versorgung von 42 auf 36 Jahre gesunken. Die Aids-Katastrophe kann nur durch kulturell verwurzelte, zielgruppenorientierte und innovative Öffentlichkeitsarbeit und qualifizierte medizinische Versorgung gemindert werden. Genau dies sind unsere Förderschwerpunkte, für die wir ständig Geld benötigen.“

Direkte Hilfe garantiert

Durch den direkten Kontakt zu den Aachener Ärzten, die vormals im Universitätsklinikum Aachen tätig waren, kann garantiert werden, dass das gespendete Geld in vollem Umfang dort ankommt, wo es am dringendsten benötigt wird. Spenden sind steuerlich abzugsfähig.

Beira liegt in Trümmern

Von dem verheerenden Tropensturm „Idai“ wurde die mosambikanische Hafenstadt Beira schwer getroffen. Ein Großteil der Bewohner*innen lebte in Holzverschlägen mit Wellblechdächern oder schlicht konstruierten Häusern. Diese wurden durch den Sturm und Wassermassen völlig zerstört. Aktuell sind alle Straßen unpassierbar, Brücken zerstört, es gibt keinen Strom, kein Trinkwasser, die Ernte auf den Feldern im Umland ist komplett zerstört. Von Hubschraubern aus sieht man zahlreiche Tote in den Fluten durch die Straßen treiben.

Auch die Kinderklinik und das von dem Aachener Förderverein unterstützte Waisenheim hat schwere Schäden, das genaue Ausmaß ist aufgrund der fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten nicht abschätzbar.

 Der Förderverein ist seit 1998 in Beira aktiv und verfügt über zahlreiche vertrauensvolle  Kontakte vor Ort. „Wir werden so direkt und unkompliziert helfen, wo die offizielle Katastrophenhilfe nicht ankommt“  erläutert Dr. Annett Pfeiffer, die 18 Jahre als Kinderärztin in Beira gearbeitet hat und regelmäßig in Mosambik  aktiv ist. 

„Wir haben unter dem Stichwort „IDAI“ ein Spendenkonto für die akute Nothilfe eingerichtet,“ erläutert Dr. Jan Salzmann, Vorstand im Aachener Förderverein. „Aufgrund der persönlichen Kontakte ist eine schnelle und unbürokratische Hilfe möglich, so dass die Hilfe zu 100% da ankommt, wo sie am dringensten nötig ist.“

Förderverein Kinderklinik Beira e. V.
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
IBAN: DE35 30060601 000469 7529
BIC: DAAEDEDDXXX