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Laudatio

Laudatio zur Verleihung des Förderpreises 2004
„Pädiater für Kinder in Krisenregionen“

Das Pädiater-Ehepaar Dr. Annett Pfeiffer und Dr. Konrad Steidel engagiert sich mit vorbildlichem Einsatz in Ostafrika, Mozambique, in der Verbesserung der pädiatrischen Versorgung und der Ausbildung einheimischer Kräfte in der Kinderheilkunde. Vom August 1998 bis Juli 2002 waren sie am Hospital Central da Beira in Mozambique in der Patientenversorgung tätig. Ihr Schwerpunkt lag in der Neonatologie: Auf der Früh- und Neugeborenenstation, auf der zwischen 1000 – 1500 Aufnahmen pro Jahr behandelt werden, gelang es, dank des großen Engagements der Eheleute, im Laufe der vier Jahre die Gesamtmortalität von anfänglich 49% auf unter 33% zu senken.

Eine weitere wichtige Aufgabe wurde im Aufbau der Facharztausbildung einheimischer Ärzte zum Kinderarzt vorangetrieben, die zuvor nur in der Hauptstadt Maputo möglich war. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass seit 1999 zwei der insgesamt vier Jahre der Facharztweiterbildung in Beira absolviert werden können. Mitte 2000 wurde eine medizinische Fakultät an der Universidade Católica de Mozambique gegründet, an der die Eheleute bis Juli 2002 ebenfalls mitarbeiteten, soweit es die klinische Tätigkeit am Centralhospital zuließ.

Ende Juli 2002 kehrten sie aus Beira zurück, um sich von September 2002 bis April 2003 im Perinatalzentrum Bonn auf der neonatologischen Intensivstation der Universitäts-kinderklinik Bonn fortzubilden. Nach einem Kursus für Tropenmedizin am Bernhard-Nocht-Institut von April bis Juli 2003 gingen die beiden im Rahmen eines Austauschprogramms der Kinderklinik Bonn für ein halbes Jahr an die Kinderklinik Mbarara/Uganda.

Im April 2004 sind die Eheleute erneut nach Beira/Mozambique ausgereist, um verstärkt an der Ausbildung der Studenten an der Universidade Católica de Mozambique mitzuwirken und die Pädiatrie, besonders die Neonatologie, auszubauen. Ihr neuer Vertrag läuft über drei Jahre.

Die Eheleute Pfeiffer/Steidel sehen ihr Lebensziel in der Sorge um die Lage der Kinder, insbesondere der Neugeborenen in armen und krisengeschüttelten Ländern. Sie nehmen dabei große Anstrengungen, persönliche Einschränkungen und Gefahren auf sich und verzehren sich nicht nur im täglichen Einsatz für die kranken Kinder, sondern auch für die Weiterverbreitung der Kinderheilkunde, die es ermöglichen soll, im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe die Arbeit in die Hände gut geschulter einheimischer Kräfte zu legen.

Für ihren Einsatz sprechen wir den Eheleuten Dr. Annett Pfeiffer und Dr. Konrad Steidel unseren Dank und unsere Anerkennung aus.

Bad Orb, den 10. Oktober 2004

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Beira liegt in Trümmern

Von dem verheerenden Tropensturm „Idai“ wurde die mosambikanische Hafenstadt Beira schwer getroffen. Ein Großteil der Bewohner*innen lebte in Holzverschlägen mit Wellblechdächern oder schlicht konstruierten Häusern. Diese wurden durch den Sturm und Wassermassen völlig zerstört. Aktuell sind alle Straßen unpassierbar, Brücken zerstört, es gibt keinen Strom, kein Trinkwasser, die Ernte auf den Feldern im Umland ist komplett zerstört. Von Hubschraubern aus sieht man zahlreiche Tote in den Fluten durch die Straßen treiben.

Auch die Kinderklinik und das von dem Aachener Förderverein unterstützte Waisenheim hat schwere Schäden, das genaue Ausmaß ist aufgrund der fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten nicht abschätzbar.

 Der Förderverein ist seit 1998 in Beira aktiv und verfügt über zahlreiche vertrauensvolle  Kontakte vor Ort. „Wir werden so direkt und unkompliziert helfen, wo die offizielle Katastrophenhilfe nicht ankommt“  erläutert Dr. Annett Pfeiffer, die 18 Jahre als Kinderärztin in Beira gearbeitet hat und regelmäßig in Mosambik  aktiv ist. 

„Wir haben unter dem Stichwort „IDAI“ ein Spendenkonto für die akute Nothilfe eingerichtet,“ erläutert Dr. Jan Salzmann, Vorstand im Aachener Förderverein. „Aufgrund der persönlichen Kontakte ist eine schnelle und unbürokratische Hilfe möglich, so dass die Hilfe zu 100% da ankommt, wo sie am dringensten nötig ist.“

Förderverein Kinderklinik Beira e. V.
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
IBAN: DE35 30060601 000469 7529
BIC: DAAEDEDDXXX